Alles über die Nikotinlutschtablette

lutschtabletteMit Nikotinlutschtabletten können die Entzugserscheinungen bei einer Rauchentwöhnung gelindert und die Erfolgswahrscheinlichkeiten somit erhöht werden. Sie wirken schneller als Nikotinpflaster und in etwa so schnell wie Nikotinkaugummis. Allerdings wird bei den Lutschtabletten mehr Nikotin freigesetzt als bei den Kaugummis, daher sind sie auch für mittelstarke bis starke Raucher geeignet. Sie halten den Nikotinspiegel nicht, wie Nikotinpflaster, konstant aufrecht, sind aber aufgrund ihrer schnellen Wirkung für spontane Attacken des Rauchverlangens geeignet. Wie auch bei anderen Nikotinersatzpräparaten empfiehlt es sich, die Behandlung mit einer Therapie zu kombinieren.

 

Dosierung und Anwendung

Nikotinlutschtabletten sind in den drei Dosierungen 1 mg, 2 mg und 4 mg Inhaltsstoff erhältlich. Das Nikotin wird beim Lutschen innerhalb von 20 bis 30 Minuten freigesetzt und über die Mundschleimhaut aufgenommen. Die erforderliche Dosierung richtet sich nach dem individuellen Bedarf bzw. der zuvor konsumierten Tabakmenge. Pro Tag sollten nicht mehr als 15 Tabletten gelutscht werden. Ist die Menge nicht ausreichend, um die Entzugserscheinungen genügend zu lindern, sollte eher eine höhere Dosierung des Inhaltsstoffs gewählt bzw. die Behandlung zusätzlich mit Nikotinpflastern kombiniert werden.

Es empfiehlt sich, die tägliche Anzahl der Nikotinlutschtabletten nach 4 bis 6 Wochen zu reduzieren, zum Beispiel indem die zeitlichen Abstände zwischen der Verwendung vergrößert werden. Wenn nur noch 1 bis 2 Lutschtabletten täglich konsumiert werden, kann ein erster Absetzversuch unternommen werden. Der Konsum sollte nach 10 bis 12 Wochen eingestellt werden. Kommt es im Nachhinein zu einem starken Verlangen, kann ausnahmsweise wieder eine Lutschtablette verwendet werden. Die Behandlung sollte aber nicht die sechs Monate überschreiten.

 

Nebenwirkungen der Nikotinlutschtabletten

Bei der Verwendung von Nikotinlutschtabletten kann es grundsätzlich zu ähnlichen Nebenwirkungen wie beim Tabakkonsum kommen. Somit sind die häufigsten unerwünschten Begleiterscheinungen KopfschmerzenSchwindel und gelegentliche Angstzustände. Oft kommt es aber auch zu Verstopfungen, Durchfall, BauchschmerzenSchluckauf, Übelkeit und Erbrechen. Gelegentlich können Aphten in der Mundschleimhaut sowie Reizungen im Rachen- und Mundbereich auftreten. Zudem kommt es selten zu Herzklopfen und Nesselsucht sowie sehr selten zu Herzrhythmusstörungen und Allergische Reaktionen wie etwa Schwellungen.

 

Nebenwirkungen bei Überdosierungen

 

Wenn zu viele Nikotinlutschtabletten konsumiert werden, treten ähnliche Symptome auf wie bei exzessiven Rauchen:Schwindel, Übelkeit, Mattigkeit, kalter Schweiß, Durchfall und Erbrechen. Liegt eine Vergiftung vor, können auch Symptome, wie Abfall der Temperatur und des Blutdrucks, Atemnot, Seh- und Hörstörungen, Krämpfe sowieunregelmäßiger und schwacher Puls hinzukommen. Wenn Anzeichen einer Überdosierung auftreten, sollte der Konsumder Nikotinlutschtablette unmittelbar unterbrochen werden. Sobald der Nikotinspiegel im Blut sinkt, verschwinden auch die Symptome.

Bei einer schweren Vergiftung muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, sodass die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden können.

 

Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen

Unter gewissen Umständen, in bestimmten Situationen und bei einigen Erkrankungen sollten Nikotinlutschtabletten entweder gar nicht oder mit besonderer Vorsicht angewandt werden.

 

Sollte nicht angewandt werden bei:

 

  • Vor mindestens 3 Monaten aufgetretenem Herzinfarkt
  • Schweren Herzrhythmusstörungen
  • Prinzmetal-Angina
  • Vor kurzem aufgetretenem Schlaganfall
  • Sich verschlechternder Verengung der Herzkranzgefäße
  • Überempfindlichkeit gegen Nikotin oder einen anderen Bestandteil der Nikotinlutschtabletten
  • Nichtrauchern oder Gelegenheitsrauchern (weniger als eine Zigarette/Tag)

 

Sollte mit besonderer Vorsicht angewandt werden bei:

 

  • Stabiler Angina Pectoris (Verengung der Herzkranzgefäße)
  • Stark erhöhtem Blutdruck
  • Hirngefäßerkrankungen
  • Durchblutungsstörungen an Beinen und Armen
  • Schwerer Herzschwäche
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Diabetes Mellitus
  • Akuten Magen- oder Darmgeschwüren
  • Schweren Leber- oder Nierenschäden
  • Phäochromozytom (Tumore des Nebennierenmarkes)
  • Personen unter 18 Jahren

 

Zudem sollten Frauen in der Schwangerschaft wenn möglich komplett auf Nikotin verzichten. Sie sollten versuchen das Rauchen ohne Nikotinersatzmittel aufzugeben. Nur wenn die Gefahr des Weiterrauchens besteht und der Versuch aufzuhören scheitert, kann eine kurzweilige Nikotinersatztherapie mit dem Arzt besprochen werden.

 

Es kann außerdem zu Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln kommen. Bei der Einnahme von Medikamenten sollte die Therapie daher mit dem Arzt besprochen werden.