Alles über Nikotinkaugummi

kaugummiNikotinkaugummis können die Entzugserscheinungen während einer Rauchentwöhnung lindern und somit die Wahrscheinlichkeit auf einen Erfolg erhöhen. Sie eignen sich vor allem bei schwachen bis mittelstarken Rauchern als alleinige Behandlungsmethode und können starken Rauchern in kritischen Momenten, also bei heftigen und spontanen Attacken des Rauchverlangens helfen. Im Gegensatz zu Nikotinpflastern halten sie also den Nikotinspiegel nicht kontinuierlich aufrecht, dafür setzt ihre Wirkung aber auch sehr viel schneller ein.

 

Dosierung und Anwendung von Nikotinkaugummi

Nikotinkaugummis sind in Dosierungen mit 2 mg oder 4 mg Nikotin erhältlich. Die erforderliche Dosierung richtet sich in der Anfangszeit nach dem persönlichen Bedarf in Bezug auf die Entzugserscheinungen beziehungsweise die vorher gewohnte Nikotinmenge. Es ist allerdings empfehlenswert maximal 16 Kaugummis am Tag und nicht mehr als 4 mg die Stunde zu konsumieren. Nach etwa 4 bis 6 Wochen sollte die Anzahl der Kaugummis bzw. die Dosierung verringert werden. Es wird im Allgemeinen empfohlen, die Behandlung maximal 6 Monate lang anzuwenden.

 

Ein Nikotinkaugummi sollte langsam, über etwa 30 Minuten hinweg gekaut werden, um das komplette Nikotin aus der Masse zu lösen. Der Wirkstoff wird hierbei hauptsächlich über die Mundschleimhaut in den Körper aufgenommen. Wird der Kaugummi zu intensiv oder schnell gekaut, wird auch das Nikotin schneller aus der Kaumasse gelöst, als es vom Körper aufgenommen werden kann.

 

Anwendung:

Nikotinkaugummis sollten nach Packungsbeilage angewandt werden, denn nur durch die richtige Kautechnik, kann auch eine optimale Wirkung erzielt werden. Wird der Kaugummi mehrmals gekaut, entsteht in der Regel ein scharfer Geschmack, wobei das freigesetzte Nikotin vom Mund aufgenommen wird und in den Blutkreislauf gelangt. Anschließend sollte es zwischen der Wange und dem Zahnfleisch „geparkt“ werden, bis der scharfe, kräftige Geschmack wieder nachlässt. Dieser Vorgang sollte für ca. 30 Minuten wiederholt werden, bis sich das gesamte Nikotin von der Kaumasse gelöst hat. Wenn keine Kaupausen eingelegt werden, wird mehr Nikotin freigesetzt, als aufgenommen werden kann, wodurch es zu einem Kratzen im Hals, einem Brennen im Magen, zu Schluckauf oder zu Blähungen kommen kann.

 

Gegenanzeigen und Anwendungseinschränkungen

Nikotinkaugummis sollten bei einigen Krankheiten nur mit Vorsicht und bei anderen überhaupt nicht angewandt werden. So sollten Personen, die erst kürzlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, Menschen, die unter Herzrhythmusstörungen, Prinzmetal-Angina leiden und Patienten mit einer sich verschlechternden Verengung der Herzkranzgefäße vollkommen auf Nikotinkaugummis verzichten. Auch Nicht- und Gelegenheitsraucher dürfen keine Nikotinkaugummis konsumieren.

Eine besondere Vorsicht gilt bei Personen, mit Angina Pectoris, erhöhtem Blutdruck, schwerer Herzschwäche, Hirngefäßerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion, Arm- und Beindurchblutungsstörungen, Diabetes mellitus, Magen- und Darmgeschwüren, Tumoren des Nebennierenmarks sowie schweren Leber- oder Nierenschäden. Auch Jugendliche unter 18 Jahren sollten nur in Rücksprache mit einem Arzt Nikotinkaugummis anwenden. Frauen sollten außerdem während des Schwangerschaft und der Stillzeit versuchen, gänzlich auf Nikotinprodukte zu verzichten.

 

Vor- und Nachteile von Nikotinkaugummis

Nikotinkaugummis lindern die Entzugserscheinungen während der Rauchentwöhnung und können auch dieAuswirkungen der psychischen Abhängigkeit verringern. Viele ehemalige Raucher berichten, dass sie Nikotinkaugummis anderen Nikotinersatzprodukten bevorzugen, da durch das Kauen die angewohnte Rauchbewegung leichter verdrängt und Entzugssymptome wie Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen besser bewältigt werden können.

Das Rauchverlangen wird auch durch den Kaugummigeschmack gesenkt. Allerdings sollten Nikotinkaugummis auch nicht zusammen mit sauren Getränken wie etwa Kaffee, Soft-Drinks oder Fruchtsäften konsumiert werden. Zudem verschaffen die Kaugummis eine schnelle Linderung der Symptome, die durch den Nikotinentzug hervorgerufen werden.

Außerdem haben Nikotinkaugummis, wie auch die anderen Nikotinersatzpräparate, ein geringeres Abhängigkeitspotential als das Rauchen, da sie deutlich weniger Giftstoffe als Tabakrauch enthalten. Nichtsdestotrotz bleibt die Nikotinsucht während der Anwendungszeit von Nikotinkaugummis weiterhin bestehen. Da die Nikotinmenge in Kaugummis vergleichsweise niedrig ist, benötigen starke Raucher meistens weitere Nikotinersatzpräparate, um ihre Entzugserscheinungen ausreichend zu lindern.