Behandlung von Nikotinsucht

faustWer mit dem Rauchen aufhört, wird erst einmal mit Entzugserscheinungen zu kämpfen haben. Unwohlsein, Unruhe und Reizbarkeit wie auch die vielen Schlüsselreize, Situationen und Tätigkeiten, mit denen die Konsumenten das Rauchen verknüpfen, machen die Entwöhnung sehr schwer. Wirklich mühevoll zu bewältigen sind jedoch bloß die ersten 7 bis 10 Tage, denn danach nehmen die Entzugserscheinungen allmählich ab. Für diese Zeit eignen sich Nikotinersatzpräparate sehr gut, denn sie mindern die Entzugserscheinungen und zugleich die Abhängigkeit von der Substanz.

Zudem können Verhaltenstherapien die Erfolgschancen des Rauchstopps deutlich erhöhen. Sie helfen den Tabakkonsumenten dabei, sich ihr schlechtes Verhalten abzugewöhnen und dieses stattdessen durch andere positive Dinge zu ersetzten.

Heutzutage gelten auch die E-Zigaretten als sehr hilfreich bei der Entwöhnung. Sie ermöglichen eine Nachahmung der gewohnten Rauchbewegung, wobei der Nikotingehalt langsam gesenkt oder komplett weggelassen werden kann. Viele ehemalige Raucher berichten außerdem von dem Erfolg der alternativen Entwöhnungshilfen wie Hypnose und Akupunktur.

In jedem Fall sollte der Rauchstopp vorbereitet werden und auch die Hoffnung nicht aufgegeben werden, falls es beim ersten Mal nicht klappt. Allerdings kann die Entwöhnung nur dann funktionieren, wenn der Betroffene auch wirklich mit dem Rauchen aufhören möchte.

Im Folgenden sind verschiedene Behandlungsmöglichkeiten aufgeführt und beschrieben.

 

Nikotinersatztherapien und Medikamente

Beim Rauchstopp kommt es zu Entzugserscheinungen wie Frustration, Aggressivität und Ärger, denn der Organismus verlangt nach Nikotin. Gerade starke Raucher benötigen daher oftmals eine Nikotinersatztherapie, um die Symptome zu lindern und ihr Vorhaben erfolgreich meistern zu können. Nikotinersatzpräparate haben ein sehr viel geringeres Abhängigkeitspotential, da pures Nikotin nur geringfügig süchtig macht.

Produkte wie Kaugummis, Lutschtabletten oder Pflaster geben zwar Nikotin ab, tun dies jedoch langsamer und sicherer als es beim Rauchen der Fall ist und sie entwöhnen den Betroffenen zusätzlich von der typischen Bewegung beim Rauchen. Außerdem enthalten sie kein Kohlenmonoxid, Teer oder viele der anderen im Tabak enthaltenden krebserregenden Substanzen.

Nikotinersatztherapien können die Erfolgschancen der Entwöhnung nachweislich erhöhen. Die meisten Präparate sind nicht verschreibungspflichtig, dafür werden aber auch die Kosten nicht von den Krankenkassen ersetzt.

Medikamente:

Zudem gibt es einige rezeptpflichtige Medikamente, die die Symptome stärker lindern und den Entwöhnungserfolg erhöhen können. Sie können aber auch ernste Nebenwirkungen haben und dürfen daher nur mit einer ärztlichen Empfehlung eingenommen werden. Allerdings sollten solche Medikamente nur dann eingesetzt werden, wenn mehrere ernsthafte Versuche trotz Verhaltens- und Nikotinersatztherapien gescheitert sind. Da bei dem Entzug depressive Affektstörungen auftreten können, werden manchmal auch Antidepressiva verschrieben.

Das bekannteste und erfolgreichste Medikament ist das Nikotinfreie Champix vom Pharmakonzern Pfizer mit den Wirkstoff Vareniclin.

 

Verhaltenstherapie

Raucher bauen ihre Angewohnheit selbstverständlich in ihren Alltag ein und verknüpfen oftmals unbewusst positive Gefühle damit. Daher kann eine Verhaltenstherapie bei der Entwöhnung sehr hilfreich sein. Diese, meist kognitiven Verhaltenstherapien, gelten nachweislich als Erfolgsversprechend und erhöhen die Chance mit dem Rauchen aufzuhören um 20 bis 30%.

Mit Gesprächen, Gruppensitzungen und Rollenspielen wird bei den Sitzungen versucht, alternative Wege für Situationen zu finden, in denen die Rauchen sonst zur Zigarette greifen würden. Für die Erfolgsquoten der Therapie ist es wichtig, dass der Betroffene sich mit dem Therapeuten und der Gruppe wohl fühlt. Anderenfalls zeigt sie eine wesentlich geringere Chance auf Erfolg.

 

Hypnose und Akupunktur

Bei einer Hypnose sollen Bewusstseinszustände erreicht werden, eine Lebensveränderung begünstigen. Die Wirksamkeit beider Methoden ist bisher nicht wissenschaftlich belegt worden, trotzdem berichten viele ehemaligen Raucher, dass sie diese alternativen Therapien bei ihrem Vorhaben unterstützt haben. Die dennoch erhöhte Erfolgschance wird den Erwartungen der Betroffenen bzw. dem Placebo-Effekt zugeschrieben.

 

E-Zigarette

Die Risiken von E-Zigaretten sind noch nicht abgeklärt, derzeit gelten sie aber geringer, als jene die von herkömmlichen Zigaretten ausgehen. Da bei der E-Zigarette kein Verbrennungsprozess stattfindet, entstehen auch weniger chemische Substanzen. Sie verdampfen das sogenannte Liquid bei sehr viel geringeren Temperaturen. Mit ihnen haben Raucher außerdem die Möglichkeit, den Nikotingehalt nach und nach zu senken und somit die Entzugssymptome zu lindern.

Die meisten Raucher sind außerdem so an die typische Bewegung des Konsums gewöhnt, dass ein Rauchstopp schon alleine daran scheitern kann. Mit einer E-Zigarette müssen sie vorerst nicht auf diese Bewegung verzichten und können sich stattdessen erst einmal nur auf die körperliche Entwöhnung konzentrieren.